So lässt Du los, was Dich nicht mehr glücklich macht

Am Anfang eines neuen Jahres nehmen viele Menschen gerne eine Inventur Ihres Lebens vor. Sie stellen sich dann die Frage, was in ihrem Leben sie weiter mitnehmen wollen, was sie zurücklassen möchten, was sie vielleicht weggeben oder erwerben wollen, was sie tun oder nicht mehr tun möchten und mit wem.

Wir alle tragen Gepäckstücke aus unserer Vergangenheit mit uns herum, neueren oder älteren Datums. Die uns dienen und uns stützen. Die uns nähren und weiter wachsen lassen.

Die uns aber nach einer gewissen Zeit auch niederdrücken und zur Last werden können. Weil sie zu schwer geworden sind. Weil wir sie zu voll gepackt haben und sie deshalb nicht mehr tragen können. Die uns deshalb feststecken lassen und uns am Weitergehen hindern.

In unserer Arbeit, unseren Kooperationen, unseren Zugehörigkeiten, unserem Zuhause (unserem Haus oder unserer Wohnung) oder unseren Beziehungen.

Bilanz ziehen: Gepäck auspacken und umpacken

Deshalb ist es eine entscheidende Lebensfertigkeit, regelmäßig innezuhalten und Bilanz zu ziehen. Das eigene Gepäck, das man so die ganze Zeit mit sich schleppt, auszupacken und in Ruhe zu betrachten. Um dann mit ganz nüchternem Blick zu entscheiden, welche Besitztümer, Verpflichtungen oder Beziehungen einem immer noch helfen vorwärtszukommen und welche einen nach unten ziehen.

Es gibt viele Wege, sich auf diesen Prozess des Umpackens einzulassen. Aber der vielleicht beste, um die Dinge in Gang zu bringen, ist, der wesentlichen Frage nachzugehen, die sich jeder von uns stellen kann:

„Macht all dies mich noch glücklich?“

Sie hilft uns, herauszufinden, was in unserem Leben noch wirklich zählt, was uns glücklich macht. Und uns von dem zu trennen, was uns niederdrückt und nur noch belastet. Uns Lebendigkeit und Lebensenergie raubt.

Diese Übung kann jeder einfach selbst durchführen und dabei folgende Themenbereiche unter dem Aspekt Festhalten oder Loslassen unter die Lupe nehmen:

  • Arbeit und Arbeitsbeziehungen
  • Besitztümer in jeglicher Form
  • Berufliche Positionen
  • Gesellschaftliche Positionen
  • Überzeugungen und innere Muster
  • Regeln und Gewohnheiten
  • Lebenserfahrungen

Und dann lässt man einfach das los, was einen belastet und nicht mehr weiterbringt……
Ja, wenn es dann so einfach wäre, dann hätten sich viele von uns bereits zügig von Dingen befreit, die das Weiterkommen im Job, in der Selbständigkeit oder in der Partnerschaft blockieren.

Loslassen, das sagt sich so leicht….

Deshalb ist der nächste Schritt ganz wichtig: Wir sollten eine Zielvorstellung von dem gewinnen, was wir zukünftig in diesem bestimmten Bereich möchten, der sich als nicht mehr zeitgemäß für unser Leben herausgestellt hat. Nur so können wir unsere Kräfte bündeln und unserem Handeln in der Zukunft eine Richtung geben, statt einfach nur loszulassen und zu schauen, was passiert.

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Eine neue Zielvorstellung entwickeln

Hilfreich für diesen Prozess ist die Vorstellung, dass man über Nacht von einer guten Fee besucht wird, die einfach alles wegzaubert, was man nicht mehr haben will. Und sich dann zu fragen, woran man diese Änderung bemerken würde odet was dann anders wäre.

Die Antwort auf diese Fragen führt in der Regel direkt zu den Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, die einem bisher noch nicht bewusst waren.

Was ist in fünf Jahren?

Wann immer man etwas loslassen will, ist es hilfreich, die Fünf-Jahres-Perspektive einzunehmen, um klarer zu sehen. Welche Folgen hat ein „Weiter so“?
Welcher Preis wird für das Festhalten gezahlt?

Wenn zum Beispiel der Gedanke daran, in fünf Jahren immer noch in der gleichen Partnerschaft zu sein, einen mit Bitterkeit erfüllt, wird man sich schnell die Mühe machen, sich auf etwas Neues einzulassen.

Loslassen ist ein Prozess

Beim Loslassen ist es wie mit Obst: Der Apfel fällt erst dann vom Baum, wenn er richtig reif ist. Die Veränderungen geschehen meist Schritt für Schritt, der Raum für Neues öffnet sich nach und nach. Man lockert eingefahrene Verhaltensweisen, lässt alte Wunden heilen, kommt erst nach und nach aus der Opferrolle heraus.

Sich auf den Weg des Losalssens zu machen, kann in vielen Fällen also bedeuten, zu akzeptieren, dass es nicht immer nur schnurstracks geradeaus geht. Man wird Zeit, Geduld und auch eine ganze Portion Optimismus brauchen. Plateaus und Rückschritte zwischendurch werden normal sein.

Vergebung und weitere hilfreiche Rituale beim Loslassen

Bei vielen Dingen, wie zum Beispiel Sachen, an denen das Herz wenig hängt, kann man ein schnelles Erfolgserlebnis beim Loslassen erzielen. Doch dann gibt es ja auch noch die anspruchsvolleren Projekte wie zum Beispiel

  • die Verletzung, die man in der Kindheit erlitten hat
  • der Partner, der einen betrogen hat
  • der geplatzte Lebenstraum, dem man nachtrauert
  • die Trennung, die vom Anderen ausging
  • die Krankheit, für die man nichts kann
  • etc.

Das Gefühl, ein Opfer der Lebensumstände zu sein, ist vielen Menschen vertraut. Hier ist es wichtig, Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln, wenn man schlimme Erlebnisse zu verarbeiten hat. Aber auch irgendwann den Weg zur Vergebung zu finden, um selbst wieder frei zu werden.

In meiner Coachingpraxis hat sich für viele Menschen der Ansatz der radikalen Vergebung nach Colin Tipping als hilfreich im Vergebungsprozess erwiesen. Radikale Vergebung ist hier weit mehr als herkömmliche Vergebung.

Statt nur zu verzeihen, zeigt sie auf, wie wir in unseren Widersachern unsere Lehrer und in unserer Wut über das Geschehene die Energie zum Ausstieg aus der Opferrolle finden können. Ist diese Befreiung doch so enorm wichtig für unsere Psyche. Dafür müssen wir aber die persönliche Deutung unserer Erlebnisse radikal ändern. Wer sich näher für diesen Ansatz interessiert, dem darf ich das Buch „Ich vergebe- der radikale Abschied vom Opferdasein“ von Colin. C. Tipping ans Herz legen.

Bindungen lösen und bewusst Abschied nehmen

Je nach Persönlichkeitstyp tut man sich schwer damit, Bindungen zu lösen, die einem nicht mehr gut tun. Besonders schmerzhaft kann es werden, wenn man auf eine lange gemeinsame Zeit zurückblicken kann, die über weite Phasen glücklich und erfüllt war: in einer Partnerschaft, am Arbeitsplatz oder etwa im Verein. 

Hier benötig man Zeit, um die Situation zu akzeptieren und eventuelle Gefühle des Verlustes und der Trauer zu verarbeiten. Unterstützend können hier Abschieds-Rituale wie etwa ein Abschiedsbrief sein, den man symbolisch verbrennt oder einen Fluss hinunterschwimmen lässt.

Schritt für Schritt den neuen Weg einschlagen

Wenn wir ein klares Zukunftsbild über das, was wir wollen, entwickeln können, wird eine große Zugkraft in Richtung unseres neuen Weges entstehen. Noch mehr Orientierung und Fokus schaffen schriftlich festgehaltene Ziele.

Ob es um das Loslassen von altem Gerümpel in der Wohnung oder darum geht, einen Menschen loszulassen, der einem großen Schmerz zugefügt hat: Bei all dem muss man zuerst immer eines tun, nämlich ANFANGEN.

Wenn dieser erste Schritt getan ist, ist es wahrscheinlich, dass sich das ganze wiederholt und man am Ball bleibt.

Und genau das wünsche ich Dir von Herzen bei Deinem Prozess des Loslassens!

Alles Liebe, Deine Katja

 

 

 

 

4 Kommentare

  • Hallo Katja,
    Ich befinde mich gerade in so eine Situation seit einem Jahr.Ich bin 50 Jahre alt und habe ich das Gefühl das ich mein Leben ändern möchte.Was mich Schwierigkeit verbreitet ist herauszufinden was ich genaue möchte.Ich bin so zu sagen nach der Suche zu mir selbst,mein wahres ich welche mich glûcklich macht.Es ist manchmal ziemlich schwer und belastend. Ich schleppe auch ziemlich psihische Balast mit mir herum.Ich möchte mich verändern, aber mir scheint nicht genug Kraft zu haben,wie man so sagt es fehlt schwer erste Schritt zu machen und einfach los zulassen.

    • Liebe Ines,

      die Suche nach unserem ureigenen Selbst trifft uns alle irgendwann in der Lebensmitte (zwischen 35-55).
      Was hier hilfreich ist, ist, auf Deine Gefühle zu achten: Bei was fühlst Du Dich glücklich und energiegeladen?
      Auf was freust Du Dich? Für was stehst Du am Wochenende freiwillig früh auf?

      Diese Beobachtung ist der wichtigste Schritt, um herauszufinden, was Du wirklich möchtest. Und dann versuche,
      mehr davon in Dein Leben zu bekommen.

      Ich wünsche Dir dafür viel Erfolg und alles Liebe,
      Katja

  • Barbara Gröger /

    Hallo Katja,
    danke für den hilfreichen Beitrag.
    Das Loslassen von materiellen Dingen fällt mir schwer, wenn sie noch brauchbar sind. Einfach etwas wegzuwerfen, nur weil ich es nicht mehr brauche, ist Ressourcenverschwendung und befeuert den ökologischen Irrsinn unserer Wegwerfgesellschaft. Es bleibt also nur verschenken oder verkaufen – und das wiederum kostet Zeit. Also bleiben die Schränke und der Keller meistens voll. Und solange ich den Platz habe und mich das nicht belastet, ist das okay für mich.
    Dies als kleine Ergänzung zum Thema loslassen von materiellen Dingen
    Viele Grüße
    Barbara

    • Liebe Barbara,

      Du sagst es, solange es nicht stört und man genug Platz hat, ist es ok.
      Und mit den ganzen Börsen im Internet (ebay etc.) muss man heute nichts mehr wegwerfen.
      Wenn man selbst keine Zeit zum Einstellen hat, gibt es auch sogenannte ebay-Agenten: Sie verkaufen in Deinem Auftrag und erhalten dafür einen Anteil Deines Verkaufserlöses.

      Ganz liebe Grüße,
      Katja

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